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Bestellungen von Lieferplattformen in den eigenen Kanal verlagern — ein 90-Tage-Plan

19. August 2026
Ein QR-Code in einer Tüte mit Essen zum Mitnehmen

Bei 28 % Provision gehen von 7.000 € monatlichem Lieferumsatz 1.960 € an die Plattform. Etwa die Hälfte dieser Bestellungen stammt von Menschen, die schon zuvor bei Ihnen bestellt haben.

Diesen Teil lohnt es sich zu verlagern. Nicht die Plattform selbst abzuschaffen — sie verdient ihr Geld damit, Menschen zu finden, die Sie noch nicht kennen. Wer jeden zweiten Freitag bestellt, muss nicht mehr gefunden werden. Trotzdem bezahlen Sie weiter dafür, ihn zu erreichen.

Der folgende Plan ändert das: 3 Monate, konkrete Maßnahmen, ein messbares Ergebnis.

Vor dem Start: 2 Zahlen

Ohne diese Zahlen können Sie nicht beurteilen, ob der Plan funktioniert hat.

  1. Der Anteil der Plattformen an Ihrem Lieferumsatz — wie viel Prozent der Außer-Haus-Bestellungen darüber eingehen. Das ist Ihr Ausgangswert.
  2. Wie viele Plattformkunden mehr als einmal bestellen. Exportieren Sie die letzten 3 Monate aus dem Verwaltungsbereich und zählen Sie Wiederholungsbestellungen. Das ist Ihre Zielgruppe: Menschen, die Ihr Angebot bereits mögen und für deren Bestellungen Sie weiterhin Provision zahlen.

Notieren Sie beide Werte. Nach 90 Tagen kommen Sie darauf zurück.

Monat 1: einen funktionierenden Bestellkanal aufbauen

Ziel: Ihr eigener Kanal existiert, funktioniert auf dem Handy und lässt sich in 3 Sekunden erreichen.

Woche 1–2: eine Speisekarte mit Bestellfunktion

Sie brauchen eine Seite, auf der Gäste die Karte sehen und bestellen können, ohne ein Konto anzulegen oder eine App zu installieren. Mindestens funktionieren müssen:

  • die vollständige Karte mit Preisen und Fotos, auf dem Handy ohne Zoomen lesbar,
  • ein Warenkorb und Online-Zahlung,
  • die Wahl zwischen Abholung und Lieferung mit sichtbarer Schwelle für kostenlose Lieferung,
  • Bestellzeiten und eine realistische Wartezeit.

Bei WMenu ist das dieselbe Karte, die Gäste am Tisch scannen — Sie aktivieren lediglich Online-Bestellungen. Es entsteht kein zweites System.

Woche 3: die Zugänge einrichten

Gäste müssen überall dort zu Ihrer Bestellseite gelangen, wo sie an Ihren Betrieb denken:

  • Ein Button „Online bestellen“ auf der Website, sichtbar ohne Scrollen.
  • Der Bestelllink im Google-Unternehmensprofil — im Feld „Online bestellen“. Diese Einstellung wird besonders oft übergangen, obwohl das Profil der Ort ist, an dem Menschen am häufigsten nach Ihnen suchen. Mehr dazu unter Speisekarte im Google-Unternehmensprofil hinterlegen.
  • Der Link in der Instagram- und Facebook-Bio, nicht in der Bildunterschrift eines Beitrags vom letzten Jahr.
  • Ein QR-Code an der Kasse für Gäste, die persönlich abholen.

Woche 4: selbst testen

Geben Sie zur Stoßzeit 5 Bestellungen vom eigenen Handy auf, darunter eine mit Lieferung. Messen Sie die Zeit vom Aufruf der Seite bis zur Bestätigung. Mehr als 90 Sekunden bedeuten: Etwas muss verbessert werden — meist eine erzwungene Registrierung oder ein zu langes Adressformular.

Monat 2: Gästen einen Grund geben, ihre Gewohnheit zu ändern

Der Kanal allein überzeugt niemanden. Gäste bestellen dort, wo sie beim letzten Mal bestellt haben.

Eine Beilage in jeder Abholtüte

Die wirksamste Einzelmaßnahme des gesamten Plans: eine A6-Karte mit QR-Code und einer Zeile: „Nächstes Mal direkt bestellen — gleiche Lieferzeit, dazu [X] von uns.“

Sie landet in den Händen von jemandem, der gerade bestellt hat und zufrieden ist. Kosten: wenige Cent pro Stück.

Ein Anreiz, der kein prozentualer Rabatt ist

Ein prozentualer Rabatt bringt Gästen bei, auf Rabatte zu warten. Besser funktionieren:

  • kostenlose Lieferung ab einem niedrigeren Mindestbestellwert als auf der Plattform,
  • eine Zugabe zur Direktbestellung, etwa ein Getränk, eine Sauce oder ein Dessert,
  • eine Belohnung für Stammgäste nach der 5. Bestellung.

Prüfen Sie Ihren Vertrag. Manche Plattformen enthalten eine Preisparitätsklausel, die niedrigere Preise im eigenen Kanal verbietet. Klären Sie das vor dem Start einer Aktion. Eine Zugabe verstößt meist nicht gegen die Preisparität, sollte aber ebenfalls geprüft werden.

Das Team muss es ansprechen

Ein Satz bei der Übergabe reicht: „Nächstes Mal können Sie direkt bei uns bestellen, der Code liegt in der Tüte.“ Ohne diesen Hinweis bleibt die Beilage bloß ein Stück Karton.

Monat 3: festigen und messen

Plattformgäste zurückgewinnen

Nehmen Sie aus der Liste wiederkehrender Kunden diejenigen, die mindestens 3-mal bestellt haben. Wenn Sie ihre Daten rechtmäßig und im Einklang mit der DSGVO besitzen, können Sie Kontakt aufnehmen. Falls nicht, bleibt die Beilage in der Tüte — und sie erreicht dieselben Menschen.

Bestimmte Stunden auf der Plattform aussetzen

Umstritten, aber wirksam: Reduzieren Sie Ihre Verfügbarkeit auf der Plattform zur Stoßzeit, wenn die Küche ohnehin am Limit arbeitet. Direktbestellungen bleiben möglich, provisionspflichtige Bestellungen überlasten die Ausgabe nicht zusätzlich. Beginnen Sie vorsichtig — eine Stunde an einem Freitag — und beobachten Sie den Gesamtumsatz.

Die Auswertung

Kehren Sie zu den 2 Ausgangszahlen zurück. Ein realistisches Ergebnis nach 90 Tagen: 15–30 % der Lieferbestellungen sind in den eigenen Kanal gewandert. Bei 7.000 € monatlichem Lieferumsatz und 28 % Provision entspricht das einer Ersparnis von 300–600 € pro Monat.

Liegt die Verlagerung nahe null, gibt es fast immer einen von 3 Gründen: Bei Ihnen zu bestellen dauert länger als auf der Plattform, die Beilage fehlt in der Tüte oder das Team erwähnt sie nicht.

Was Sie nicht tun sollten

  • Den Plattformaccount nicht im ersten Monat schließen. Ihr eigener Kanal braucht 60–90 Tage, um in Schwung zu kommen. Wer die Plattform früher abschaltet, verliert Umsatz ohne Ersatz.
  • Keine App entwickeln. Niemand installiert die App eines einzelnen Restaurants. Eine über einen Link erreichbare Seite genügt.
  • Keine Registrierung erzwingen. Ein Konto vor der ersten Bestellung ist der häufigste Punkt, an dem Gäste den Warenkorb abbrechen.
  • Keine Lieferzeit versprechen, die Sie nicht einhalten können. Eine verspätete Direktbestellung macht die Wirkung von 10 Beilagen zunichte.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eigene Bestellungen und Plattformen parallel betreiben?

Ja, und meist ist das die beste Aufteilung. Die Plattform gewinnt neue Gäste, der eigene Kanal bedient die Stammgäste. Prüfen Sie lediglich die Preisparitätsklauseln im Vertrag.

Was kostet ein eigenes Bestellsystem?

Modelle ohne Provision auf den Bestellwert arbeiten mit einem festen Abonnement — die Kosten steigen nicht mit dem Umsatz. Die Tarife stehen auf der Seite Preise.

Werden Gäste direkt bestellen wollen?

Regelmäßige Besteller ja, sofern es genauso schnell geht. Der Vorteil der Plattform liegt in der bequemen Bedienung und der gespeicherten Adresse, nicht in der Treue zu ihrer Marke.

Was mache ich ohne eigenen Lieferfahrer?

Sie können zunächst nur Abholung anbieten — auch dafür zahlen Sie bisher bei einem Teil der Bestellungen die volle Provision. Eine eigene Lieferung oder ein externer Lieferdienst lohnt sich, sobald das Volumen der Direktbestellungen es rechtfertigt.

Wie schnell zeigt sich die Wirkung?

Die ersten Direktbestellungen zurückgewonnener Plattformgäste kommen meist im 2. Monat, nachdem die Beilage einige Hundert Tüten erreicht hat. Davor bestellen vor allem Menschen direkt, die Sie bereits aus dem Restaurant kennen.

- Sie haben noch kein QR-Menü?

- Schnell starten, in Minuten bearbeiten und mehr Bestellungen erhalten — entdecken Sie WMenu oder scannen Sie den QR-Code, um ein Beispielmenü zu sehen.