Eine Bar hat ein Problem, das ein Restaurant so nicht kennt: Die Einkaufspreise ändern sich häufiger als die Karte. Verbrauchsteuern, Wechselkurse, ein Lieferantenwechsel, die letzte Flasche einer bestimmten Whisky-Abfüllung — und der Eintrag in der Karte stimmt nicht mehr mit der Realität überein.
Bei einer gedruckten Karte lautet die Antwort immer gleich: entweder eine Korrektur darüberkleben oder bis zur nächsten Auflage zum alten Preis weiterverkaufen.
3 Dinge, mit denen Papier nicht mithält
Verfügbarkeit. Die Flasche ist am Freitag um 22:00 Uhr leer. Die Karte bietet sie bis Montag weiter an, und der Barkeeper entschuldigt sich bei jeder Bestellung — im ungünstigsten Moment, denn der Gast hat bereits gewählt.
Happy Hours. Ein Angebot von 16:00–19:00 Uhr wirkt auf Papier wie eine Fußnote. In einer digitalen Karte erscheint der Artikel je nach Uhrzeit oder eben nicht.
Wechselnde Cocktails. Eine Bar mit eigener Karte wechselt ihre Artikel jede Saison, manchmal jeden Monat. Jede Änderung erfordert Gestaltung und einen Druckauftrag.
Die Cocktailbeschreibung verkauft selbst
Auf einer Getränkekarte wirkt eine Beschreibung besonders stark: Bei 30–40 Artikeln kennt der Gast die Hälfte der Namen nicht. Wer einen Hausnamen nicht erkennt, wählt nach Zutaten und danach, was er sich darunter vorstellt.
Auf Papier kostet eine Beschreibung Platz. Deshalb beschränken sich Barkarten häufig auf Namen und Preis. In einer digitalen Karte kostet Platz nichts, also kann jeder Cocktail eine Zeile dazu erhalten, wie er schmeckt und worauf sich der Gast einlässt: trocken oder süß, stark oder leicht, zitrusbetont oder kräutrig.
Ein Foto leistet hier mehr als auf einer Speisekarte. Ein Cocktail wird mit den Augen ausgewählt.
Alkohol und Allergene
Für eine Getränkekarte gilt dieselbe Informationspflicht wie für eine Speisekarte. Meist geht es um 2 Dinge:
- Sulfite im Wein — oberhalb des Schwellenwerts von 10 mg/l müssen sie angegeben werden;
- Gluten im Bier — das betrifft praktisch jedes Gersten- und Weizenbier.
Hinzu kommen Milch in cremigen Cocktails, Ei in Klassikern mit Schaum und Schalenfrüchte in Likören. Einzelheiten erläutert der Leitfaden Allergene auf der Speisekarte.
Die Weinkarte als Teil der Barkarte
Eine separate Weinkarte ist sinnvoll, wenn Wein den Schwerpunkt des Betriebs bildet. In einer Bar funktioniert sie meist besser als Kategorie in der gemeinsamen Karte: Der Gast sieht sie bei der Entscheidung, was er trinken möchte, statt erst nach einer separaten Karte zu fragen.
Wie Sie sie aufbauen und kalkulieren, erklärt der Beitrag über die Weinkarte.
Wo der Code in einer Bar stehen sollte
Eine Bar unterscheidet sich von einem Restaurant durch die Beleuchtung und dadurch, dass Gäste häufig stehen. Ein Code unter 4 × 4 cm lässt sich bei wenig Licht schlecht scannen.
- Am Tresen, an einer beleuchteten Stelle — abends nimmt der Kontrast ab, und ein Code im Halbdunkel wird schlechter erkannt;
- auf den Tischen für sitzende Gäste;
- nicht flach auf der Thekenfläche — das erste verschüttete Getränk würde ihn durchnässen.
Testen Sie den Code abends unter echter Beleuchtung, nicht tagsüber. Das ist der häufigste Einführungsfehler in einer Bar — mehr dazu unter 8 Fehler.
Wann eine Bar das nicht braucht
Für eine Bar mit 20 Artikeln, die sich das ganze Jahr nicht ändern, genügen eine Tafel und eine gedruckte Karte. Eine QR-Speisekarte lohnt sich bei eigenen Cocktails, wechselndem Fassbierangebot und internationalen Gästen.
Siehe QR-Speisekarte für Bars.
Häufig gestellte Fragen
Kann eine Getränkekarte Happy Hours automatisch anzeigen?
Artikel lassen sich ein- und ausschalten, sodass ein zeitlich begrenztes Angebot ohne Druck erscheint und verschwindet. Der genaue Mechanismus hängt vom System ab — welche Fragen Sie dem Anbieter stellen sollten, steht in den 10 Fragen.
Müssen Allergene auf einer Getränkekarte gekennzeichnet werden?
Ja. Am häufigsten sind es Sulfite im Wein und Gluten im Bier, aber auch Milch und Ei in Cocktails.
Funktioniert ein QR-Code bei wenig Licht?
Ja, wenn er kontrastreich und beleuchtet ist. Ein Code auf dunklem Hintergrund oder in einer unbeleuchteten Ecke der Bar lässt sich schlecht scannen — prüfen Sie ihn abends, nicht tagsüber.

